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Wunder an der Weichsel. Neues Leben in Warschau

Warschau ist da, wo die Warschauer sind!

Wenn Du in Warschau länger als einen Tag unterwegs bist, dann musst Du unbedingt mal an die Weichsel kommen. Durch die Touristenstraßen schlendern und Museen besuchen muss natürlich sein, da führt kein Weg dran vorbei. Aber oft stellen sich die Gäste die Frage, wohin die Warschauer ihre freie Zeit verbringen. Es gibt dahingehend bestimmte Bars, Kneipen oder renovierte Markthallen mit einem ausgedehnten gastronomischen Angebot. Aber es gibt in Warschau einen weiträumigen Ort, den man als größtes Spaßviertel bezeichnen könnte. Der nahezu 7 km lange Weichselboulevard ist solch ein Ort. Bei vorausgesetzt gutem Wetter in der Sommersaison ist das der Treffpunkt Nummer 1 für die Warschauer. Seit ein paar Jahren kann ich zudem beobachten, dass sich das bei den Touristen rumgesprochen hat. An der Weichsel könnt Ihr den Warschauer treffen und Euch dem lokalen Lifestyle anschließen. Seit dem 2. Weltkrieg war hier noch nie so viel los wie heute, auch wenn die Nostalgiker anderes behaupten. In den frühen Jahren war es eher ein Ort zum Schwimmen und Rumliegen. Vor dem 2. Weltkrieg war es ein Armenviertel und wurde von der wohlhabenden Bevölkerung gemieden. Verfolgt man die historische und neuere Entwicklung des Boulevards, so spürt man auch hier die Moderne. Eine ähnliche Entwicklung erlebt auch das Stadtviertel Wola, welches heute das neue Bsuiness City Centre ist. Beide Viertel haben gemein, dass es früher Industriegebiete waren, die heute kein Existenzrecht mehr haben.

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Das ist nicht der einzige Ort, wo Warschaus Herz schlägt. Aber es ist sicherlich der Ort, wo Warschaus linke Herzkammer im Sommer volle Pumpleistung bringt.

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Metrostation in Warschau by Antoni Władyka / Sept. 2016 / CC BY-SA 2.0

Die Weichsel in Warschau

Das Weichselufer in Warschau hat eine Länge von 28 Kilometern. Hier fängt der 498. Kilometer der Königin der Polnischen Flüsse an, was in etwa die Hälfte der Gesamtlänge ist.

Rechtes Ufer

Das komplette rechte Ufer ist naturbelassen und beherbergt somit auch zahlreiche Strände. Der Bekannteste liegt am Fuß des Nationalstadtions und heißt „Poniatowka“, da sowohl das Stadion wie auch der Strand direkt neben der Poniatowski-Brücke liegen. Dort und an den anderen Stränden sind Sie jedoch meistens sich selbst überlassen. Die Anzahl der Kneipen, Bars und Bistros ist dort eher gering. Sie müssen das Essen und Trinken also am besten selber mitbringen. Das schöne ist jedoch, dass dort Grillen, Trinken alkoholischer Getränke und auch Lagerfreuer tolleriert werden. An einigen Stellen hat die Stadt sogar spezielle Lagerfeuerplätze bereitgestellt.

Linkes Ufer

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Warschauer Syrenka in Warschau by A. Władyka / CC BY-SA 2.0

Auf der linken Seite ist ist im nördlichen Abschnitt des Stadtufers alles zubetoniert. Seit einigen Jahren baut man das Ufer um es so Salonfähig zu machen. Der erste renovierte Sektor liegt genau gegenüber der Altstadt. Dort findet man auch den Multimedialen Springbrunnen-Park. Es braucht nocha alles etwas Zeit, aber schon 2017 werden auch hier die ersten Bars und Kneipen die Zapfhähne anbringen.

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Der nächste Sektor befindet sich gerade im Umbau und endet an der Swietokrzyska-Brücke.

Der bisher lebendigste Abschnitt startet an der Swietokrzyska-Brücke, vorbei an der Poniatowski-Brücke und endet kurz vor der Lazienki-Brücke. Dieser Abschnitt ist ca. 1,6 Kilomter lang. Zu Fuß benötigt man ungefähr 30 Minuten, um diese Strecke abzulaufen.

Zu dem Beginn dieses Sektors kommt man mit der Metro am einfachsten hin. Sie nehmen dafür die Linie M2 und steigen an der Station „Metro Centrum Kopernika“ aus. Wenn Sie die Warschauer Syrenka sehen, dann sind Sie richtig.

An heißen Sommertagen und wenn die Temperaturen am Abend es erlauben sammeln sich hier die Warschauer, um die schönen Ausblicke zu genießen. Natürlich trinkt man dabei auch etwas – interessant ist, dass Wodka nicht nur nicht an der Weichsel, sondern auch allgemein in Warschau mittlerweile nicht mehr das Hauptgetränk ist.

Sucht Euch ein nettes Plätzchen – entweder auf den alten riesigen Betontreppen oder in einer der zahlreichen Bars. Bei einer Limonade, einem kalten Bier oder Wein kann man die umliegenden beleuchteten Brücken und das Nationalstadion bewundern.

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Dieser Weichselabschnitt wurde seit zig-Jahren nicht renoviert und dennoch haben sich die Bars und Kneipen genau hier niedergelassen. Wird allerdings erst der mittlere Sektor fertiggestellt sein, wird man sich auch den letzten Sektor vornehmen.

Am südlichsten Punkt gibt es den Czerniakow-Hafen, wo man unter anderem ein Kajak ausleihen kann. Dort steht auch das Lokal „Cud Nad Wisla“ – auf Deutsch „Wunder an der Weichsel“. Die Bar hat auch hier einen kleinen Strandabschnitt. Es lohnt sich allemal vorbeizukommen.

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Wunder an der Weichsel

Übrigens: Die Bezeichnung „Wunder an der Weichsel“ hat für die Warschauer eine besondere Bedeutung und hat einen geschichtlichen Hintergrund. 1920 standen die Rotarmisten mit ihren Kommunistischen Ideen vor den Toren der Stadt. Man sagte, dass die Polen nur noch ein Wunder retten könne. Unerwartet besiegte man nicht nur die Bolschwiken, sondern drängte sie weit in den Osten zurück. So kommt es, dass das Wunder einen ganz anderen Stellenwert bekam. Dieses Ereignis ist in Warschau noch sehr lebendig und das schien der Bar-Besitzer ausnutzen zu wollen.

Für Fragen, Anmerkungen und jegliche Kommentare bin ich dankbar.


Beitragsbild: Bootsbar am Weichselufer in Warschau. Im Hintergrund das Nationalstadion von 2012 by Antoni Władyka / CC BY-SA 2.0

Eigentümer von Walking Poland und lizenzierter Stadtführer

"Mein polnisches Herz pumpt das Blut ins deutsche Hirn"

antoni@meinwarschau.com

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