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Die mittelalterliche Stadtmauer in Warschau

Die mittelalterliche Stadtmauer in der Warschauer Altstadt ist bis heute sichtbar und weil oft die Frage gestellt wird, ob sie echt oder rekonstruiert und früher tatsächlich so ausgesehen hatte, haben wir uns entschieden eine detaillierte Beschreibung zu schreiben. Für eine kurze Version klicke bitte auf den folgenden Link.

Die Anfänge

Die Stadtmauer wurde etappenweise hochgezogen und umgab die Altstadt auf einer Fläche von 8,5 Hektar. Sie verlief entlang der Straßen Podwale und Mostowa sowie an der Abbruchkante der Weichselböschung im Osten der Altstadt. Die länge betrug ca. 1200 Meter. 

Die erste historische Erwähnung der Stadt ist auf das Jahr 1339 datiert, als von einem Warschau geschrieben wird, qui muro circumdatus est. Wie genau diese Mauer ausgesehen hat, wurde leider nicht genauer erfasst. Aber wir wissen, dass es damals zwei Tore und den Abschnitt entlang der Westseite bis zur ulica Waski Dunaj gab. Ein Tor befand sich im Süden auf dem heutigen Schlossplatz direkt vor der gothischen Brücke. Das zweite Tor stand im Norden, wo sich heute der Barbakan befindet. Die Mauer wurde mit zwei oder drei Wehrtürmen verstärkt.

Im weiteren Bauverlauf wurde die westliche Seite bis zum Nordtor abgeschlossen, zusätzlich verlängerte man die Mauer im Norden.

Nach der vierten Etappe war die ganze Stadt samt Fürstenhof (heute Königsschloss) von einer Mauer umgeben. Die Durchgangstore sowie das Aussehen der Mauer an der steilen Böschung sind nicht bekannt. An dieser Stelle zerfile die Mauer relativ schnell. Dort, wo sich die Straßen Celna und Brzozowa kreuzen, sieht man alte Mauerteile aus damaliger Zeit. Wir reden hier vom Ende des 14. Jahrhunderts.

Zum Nachlesen  Die Sigismundsäule auf dem Schlossplatz in Warschau

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Altstadt von einer zweiten Mauerreihe mit zwölf oder dreizehn Wehrtürmen im Süden, Westen und Norden umzogen, es wurde ein bis zu 40 m breiter Graben gezogen und die Tore im Norden und Süden bekamen ein zusätzliches Vortor, welches mit einer Zunge über dem Graben verbunden wurde.

Der auffälligste Teil der mittelalterlichen Mauer ist der Barbakan im Norden der Stadt. Er entstand ca. 1550.  

Zwei Mauerreihen

Von beiden Mauerreihen umgab nur die innere Mauer die ganze Stadt und den Fürstenhof. Sie war ca. 6 Meter hoch und wurde mit sieben bestätigten Wehrtürmen befästigt. Sie waren fast alle viereckig und hatten Schlitzscharten für die Verteidiger. Lediglich der Wehrturm im Nordosten der Mauer war oval, er war auch der höchste Turm. Der am besten erhaltene Wehrturm steht in der Rycerska-Straße zwischen den Straßen Waski Dunaj und Piekarska.

Die äußere Mauer war 9 – 14 m von der inneren Mauer entfernt und war zudem 5 m tiefer. Der Höhenunterschied sollte die Verteidigung von beiden Mauerreihen zugleich ermöglichen. Die Außenmauer hatte zwölf oder dreizehn Wehrtürme, die alle 35-65 m aufgestellt wurden.

Der Graben war nicht mit Wasser gefüllt. Er ist heute immer noch sichtbar.

Barbakan

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Der Barbakan

Barbakane sind zusätzliche Befestigungen, die vor die Mauer platziert werden und vor allem das Durchgangstor befestigen. Der Warschauer Barbakan hat eine runde Form und ist mit einer Zunge mit dem (heute nicht existierenden) Tor und Mauer verbunden.

Der Zugang wurde von der Nord-Süd-Achse etwas na Süden verschoben, um den Angriffsschub der Angreifer zu verringern. Der Barbakan ist der am besten rekonstruierte Abschnitt der Warschauer Stadtmauer.

Gründer von Walking Poland und lizenzierter Stadtführer in Warschau

"Mein polnisches Herz pumpt das Blut ins deutsche Hirn"

antoni@meinwarschau.com

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