
Polen erlebt einen Tourismusboom – und Warschau profitiert davon
Polen könnte 2026 eines der erfolgreichsten Tourismusjahre seiner Geschichte erleben. Während viele europäische Urlauber ihre Reisepläne aufgrund geopolitischer Unsicherheiten überdenken, entdecken sowohl Polen als auch internationale Gäste die Vorzüge des eigenen Landes neu. Die Ostsee, die Masuren, die Berge und die historischen Städte erleben einen regelrechten Boom – und auch Warschau gehört zu den Gewinnern dieser Entwicklung.
Der Urlaub im eigenen Land wird wieder attraktiv
Der Auslöser für diese Entwicklung ist vielschichtig. Die angespannte Lage im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um beliebte Fernreiseziele wie Ägypten oder Teile der östlichen Mittelmeerregion haben viele Menschen vorsichtiger werden lassen. Gleichzeitig steigen Flugpreise und Reisekosten weiter an.
Davon profitiert vor allem der Inlandstourismus. Hotels an der Ostsee melden hohe Auslastungen, Ferienwohnungen in den Masuren sind vielerorts bereits Monate im Voraus reserviert und auch Städte wie Danzig, Krakau, Breslau und Warschau erwarten eine besonders starke Saison.
Die offiziellen Zahlen bestätigen diesen Trend. Bereits im ersten Quartal 2025 stieg die Zahl der Touristen in polnischen Unterkünften um rund 13 Prozent, die Übernachtungen nahmen um knapp 10 Prozent zu.
Polen wächst schneller als die meisten EU-Länder
Der Boom ist keineswegs nur ein subjektiver Eindruck der Branche. Nach Angaben von Eurostat gehörte Polen 2025 zu den Ländern mit dem stärksten Wachstum bei touristischen Übernachtungen innerhalb der Europäischen Union. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der zweitstärkste Anstieg in der gesamten EU.
Auch die Zahl der ausländischen Gäste nimmt deutlich zu. Im Jahr 2025 wurden in Polen rund 15,2 Millionen ausländische Touristen registriert, was einem Wachstum von über 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt verzeichneten polnische Unterkünfte knapp 59 Millionen Gäste, ebenfalls ein neuer Rekordwert.
Die Ostsee und die Berge sind die großen Gewinner
Besonders stark profitieren die klassischen Urlaubsregionen des Landes. Die Ostsee erlebt seit mehreren Jahren eine Renaissance. Während Urlaub in Spanien, Griechenland oder Italien durch Hitzeperioden und steigende Preise zunehmend teurer wird, punktet die polnische Küste mit moderateren Temperaturen und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Hinzu kommt der internationale Trend zur sogenannten „Coolcation“ – also dem Wunsch, den extrem heißen Sommern Südeuropas zu entkommen und kühlere Reiseziele zu wählen. Gerade deutsche, niederländische und britische Gäste entdecken deshalb die polnische Ostsee neu.
Auch die Berge profitieren. Zakopane und die Tatra ziehen längst nicht mehr nur Gäste aus Polen an. Besonders Besucher aus Tschechien, der Slowakei und zunehmend auch aus den Golfstaaten reisen in die Region.
Warschau wird vom Zwischenstopp zum Reiseziel

Warsaw – European Best Destination 2023
Von diesem Trend profitiert auch die Hauptstadt. Lange galt Warschau für viele internationale Besucher lediglich als Zwischenstopp auf dem Weg nach Krakau oder in die Masuren. Diese Wahrnehmung verändert sich zunehmend. Der Trend wurde 2012 nach der sehr erfolgreichen Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine eingeleitet.
Im Jahr 2024 besuchten bereits 12,2 Millionen Touristen die polnische Hauptstadt – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert für die Stadt. Im Jahr 2023 wurde Warschau sogar zur European Best Destination gekürt.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Warschau verbindet königliche Geschichte mit moderner Architektur, bietet eine lebendige Gastronomieszene und besitzt eine außergewöhnliche Geschichte, die vom Königsschloss über das jüdische Erbe bis hin zum Warschauer Aufstand reicht.
Besonders internationale Gäste schätzen die Kombination aus Sicherheit, guter Erreichbarkeit und vergleichsweise moderaten Preisen im europäischen Vergleich. Großen Einfluß wird sicher auch der sich im Bau befindliche Flughafen „Port Polska“ haben. Ab 2032 sollen hier anstatt am Chopin-Flughafen die bis zu 45 Millionen Passagiere landen. Mit einer Zuganbindung zu allen großen polnischen Städten sowie einem Büroviertel in nächster Umgebung wird Warschau einen enormen Schub nach vorne erleben.

Projekt des neuen Zentralflughafens in Polen @ Port Polska
Neue Chancen für den Tourismus in Polen
Neben klassischen Bade- und Städtereisen wächst auch die Nachfrage nach Aktivurlaub, Naturerlebnissen und kulinarischen Angeboten. Familien reisen häufiger in größeren Gruppen, verbringen mehr Zeit gemeinsam und suchen authentische Erfahrungen statt standardisierter Pauschalangebote. Genau hier besitzt Polen enormes Potenzial.
Gleichzeitig investiert die Branche massiv in Hotels, Ferienwohnungen und touristische Infrastruktur. Neue Bahnverbindungen, der Ausbau von Flughäfen und die Verbesserung der Straßenverbindungen machen viele Regionen einfacher erreichbar als jemals zuvor.
Ein Rekordjahr mit langfristiger Wirkung?
Natürlich bleibt abzuwarten, ob sich der außergewöhnliche Boom dauerhaft fortsetzt. Vieles spricht jedoch dafür, dass Polen inzwischen weit mehr ist als ein Geheimtipp. Das Land bietet historische Städte, Nationalparks, Berge, Seen und eine über 500 Kilometer lange Küste – und das häufig zu Preisen, die deutlich unter denen vieler west- und südeuropäischer Destinationen liegen.
Für Warschau bedeutet dies eine große Chance. Die Hauptstadt entwickelt sich zunehmend von einer unterschätzten Metropole zu einem eigenständigen europäischen Städtereiseziel.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Nachricht dieses Sommers: Polen wird nicht mehr nur von Polen entdeckt – sondern zunehmend auch von Europa und der Welt.
Daher verwundert auch nicht, dass Warschau eine Bewerbung für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2042 an das Olympische Komittee abschicken will. Das wäre womöglich die größte Erfolgsgeschichte für die Warschauer selbst. Von einer zerstörten Stadt zum Gastgeber eines der größten Sportereignisse auf der ganzen Welt.
Warschau entdecken – mit öffentlichen und privaten Stadtführungen
Wer Polen besucht, kommt an Warschau kaum vorbei. Die Hauptstadt vereint königliche Geschichte, die Spuren des Zweiten Weltkriegs, moderne Architektur und eine der spannendsten Stadtentwicklungen Europas. Viele Besucher sind überrascht, wie vielfältig und lebendig Warschau heute ist – und wie viel es hier zu entdecken gibt.
Damit aus einem Besuch mehr wird als nur ein Spaziergang von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, bieten wir bei Walking Warsaw und FreeTourWarsaw sowohl öffentliche als auch private Stadtführungen an.

Antoni mit einer seiner zahlreichen Gruppen @ Walking Warsaw
Für Gruppen und Individualreisende
Unsere öffentlichen Führungen finden regelmäßig auf Deutsch und Englisch statt und sind ideal für Einzelreisende, Paare und kleinere Gruppen, die Warschau gemeinsam mit anderen Gästen entdecken möchten. Besonders beliebt sind unsere Touren durch die Altstadt sowie unsere Führungen zum jüdischen Erbe Warschaus, die die bewegte Geschichte der Stadt auf anschauliche und persönliche Weise vermitteln.
Wer Warschau individueller erleben möchte, kann sich für eine private Stadtführung entscheiden. Dabei passen wir Route, Dauer und Themenschwerpunkte ganz an die Interessen unserer Gäste an – egal ob klassische Sehenswürdigkeiten, jüdisches Warschau, das alternative Praga, der Warschauer Aufstand oder die moderne Skyline der Stadt.
Als lokale und lizenzierte Stadtführer zeigen wir nicht nur die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Geschichten und Details, die in keinem Reiseführer stehen. Denn Warschau ist weit mehr als eine Stadt, die wiederaufgebaut wurde – Warschau ist eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.
Unsere Führungen im Überblick:
- Private Stadtführungen für Einzelpersonen, Familien und Gruppen
- Thematische Führungen zu Geschichte, Architektur, Zweitem Weltkrieg oder dem Stadtteil Praga
- Maßgeschneiderte Programme für Unternehmen, Schulklassen und Reisegruppen
Wir freuen uns darauf, euch unsere Stadt zu zeigen – eine Stadt, die viele Besucher mit hohen Erwartungen verlassen und mit noch höheren wiederkommen.


