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Die Feldkathedrale. Zwischen den Religionen hin- und hergeworfen.

Nachfolgend möchten wir Euch eine detaillierte Beschreibung über die Feldkathedrale in Warschau präsentieren. Falls Ihr jedoch nur eine touristische Übersicht benötigt, dann klickt doch einfach auf den folgenden Link.

Die Anfänge

Die Kirche wurde 1642 vom polnischen König Ladislaus IV. Vasa für die Piaristen gestiftet. Sie war aus Holz und wurde unter dem Patrozinium der Heiligen Primus und Felicianus geführt, deren Reliquien 1651 in der Kirche untergebracht wurden. Somit übernahmen die Piaristen die Verwaltung über die Kirche. Das Gebetshaus wurde während des schwedisch-polnischen Krieges (1655-1660), nur vier Jahre nach der Übernahme, von den Schweden geplündert und niedergebrannt. Der Nachfolger auf dem polnischen Thron Jan Kazimierz fasste schnell den Beschluss, die Kirche wieder aufzubauen, dieses Mal aus Stein. Sie konnte jedoch erst 1701 nach dem Wiederaufbau durch Giacomo Giuseppe Fontana wieder geweiht werden. Das Patrozinium wurde um die Siegreiche Mutter Gottes Maria ausgeweitet. Die Altarbilder schufen Szymon Czechowicz und Johann Gottlieb Plersch.

Die Kirche wird russisch-orthodox

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Die Kirche vor dem Umbau 1835

Bis 1834 war die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Warschau sehr klein und unauffällig. Gegründet wurde sie im 18. Jahrhundert von Griechen und Serben, die aus der Türkei vertrieben wurden. In der Nähe der Warschauer Altstadt in der Podwale-Straße befand sich ihre Gemeindekirche, die 1818 erbaut wurde. Nach dem niedergeschlagenem Novemberaufstand von 1930 – 1831 unterstützte die zaristische Verwaltung die orthodoxe Organisationsstruktur und schuf einen entsprechenden Bischofssitz. Daraufhin wurde die katholische Kirche in der Dluga-Straße von den Pijaristen aufgekauft und 1835 – 1837 in eine orthodoxe Kirche umgebaut.

Auffällig waren die Turmkuppeln im russisch-byzantinischem Stil, die auch als „Byzantinische Zwiebeln“ bekannt sind. Die Architekten dieses Baus waren Antonio Corazzi und Andrzej Golonski. Eine demütigende Krönung war das Anbringen von Glocken, die aus eingeschmolzenen Kanonen der Aufständische des Novemberaufstandes gegossen wurden.

Den Piaristen wurde immerhin eine Entschädigung gezahlt und sie erhielten die heutige Jesuitenkirche in der Warschauer Altstadt, wo sie bis 1918 walteten.

Die Kirche wird wieder katholisch

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Die Kirche nach dem Umbau von 1835-1837

Nach der Besetzung Warschaus durch die preußische Armee im Ersten Weltkrieg wurde die Kirche 1916 der römisch-katholischen Kirche zurückgegeben. Der Erzbischof Kakowski übergab sie unmittelbar danach der polnischen Armee. Der erste Feldbischof wurde 1919 ernannt und hatte in der Feldkathedrale seinen Sitz. In den Jahren 1923–1927 erfolgte der Rückbau im klassizistischen Stil durch Oskar Sosnowski. Die Kirche wurde während des Zweiten Weltkriegs wesentlich beschädigt und bis 1960 von Leon Suzin wieder aufgebaut. 1991 wurde sie der polnischen Armee übergeben.

Gründer von Walking Poland und lizenzierter Stadtführer in Warschau

"Mein polnisches Herz pumpt das Blut ins deutsche Hirn"

antoni@meinwarschau.com

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