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Die Sigismundsäule auf dem Schlossplatz.

Das ist eine detaillierte Beschreibung der Sigismundsäule auf dem Schlossplatz in Warschau. Falls Sie nur eine touristische Übersicht benötigen, klicken Sie einfach auf die folgenden Box.

Dreh- und Angelpunkt: Der Schlossplatz

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Der Schlossplatz. Die Sigismundsäule in Bildmitte

Der schönste weiträumige Platz in Warschau erstreckt sich vor der Warschauer Altstadt und dem Königsschloss. Zum Platz hin führen die Straßen Krakowskie-Przedmiescie, Senatorska, Podwale, Swietojanska sowie Piwna. Hier treffen die Altstadt und Königsweg aufeinander, unterirdisch verläuft eine der wichtigsten Verkehrsadern, die mit Bus, Straßenbahn oder Auto Ost-Warschau mit West-Warschau verbindet. „Am Sigismund“ ist ein beliebter Treffpunkt für Warschauer Liebespärchen und für organisierte Reisegruppen der am einfachsten zu merkende Ort, falls jemand verloren geht. Willkommen auf dem Schlossplatz, dem Dreh- und Angelpunkt der Warschauer Touristenwelt.

Das älteste Denkmal Warschaus

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Adrian Grycuk, CC BY-SA 3.0 PL, via Wikimedia Commons

Zwar nicht in der Mitte, aber doch mitten auf dem Schlossplatz steht das älteste Denkmal der Stadt, die 22 Meter hohe Sigismundsäule. Auf der Säule steht die Figur des Königs von Polen und Großfürsten von Litauen Sigismund III. Wasa. Doch wer ist das und warum hat er einen VIP-Platz bekommen?

Zu Sigismunds Zeiten erlangte die Königliche Republik Polen-Litauen die größte territoriale Ausdehnung. 1610 nahmen polnischen Soldaten Moskau ein, im Osten reichten die Grenzen bis ans schwarze Meer und im Norden kämpfte Polen gegen Schweden um die Vorherrschaft am Baltikum. Sigismund entstammt der schwedischen Dynastie der Wasa. Auf dem polnischen Königsthron saß er 45 Jahre. Um diese glorreiche Regierungszeit würdevoll zu ehren, ließ sein Sohn und Nachfolger auf dem polnischen Thron Wladyslaw IV. Wasa seinem Vater dieses Denkmal aufstellen. Es ist das älteste Denkmal Warschaus.

1885 wurde die Säule zum ersten Mal renoviert. Die alte Säule wurde durch eine neue ersetzt. Während des Warschauer Aufstandes von 1944 wurde sie von einem deutschen Panzer umgestürzt. Die nun dritte Säule wurde 1949 aufgestellt. All diese Höhen und Tiefen der Säule blieb die Statue nahezu unversehrt.

Die Säulen von 1885 und 1944 liegen an der Südmauer des Königsschlosses. Man sieht sie ganz gut von der Sigismundsäule.

profanum vs. sacrum

Im 17. Jahrhundert gab es bei der Aufstellung der Säule, auf welcher ein weltlicher Herrscher stand, ein gewißes Problem. Traditionell waren solche Säulen für die Mutter Gottes, Jesus Christus und Heilige reserviert. Diese Eigenheit hat die katholische Kirche aus der Zeit des Römischen Imperiums entlehnt, wo nur die Kaiser auf solchen Säulen dargestellt wurden. So kam es zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen dem polnischen König und dem Nuntius Mario Filonardi. Nebenbei war er entschieden gegen die liberale Konfessionspolitik des Königs. Was aus dieser Zwistigkeit wurde, ist nicht bekannt.

Die Architekten und Künstler

Namen von Künstlern, Gießern oder Projektanten der Umgebung kann man sich nur selten merken. Dennoch möchten wir ihnen einen kurzen Abschnitt widmen, denn ohne sie gäbe es den Artikel schließlich nicht.

Die Form der ersten Säule entwarfen Agostino Locci und Constantino Tencalla, die Figur des Königs stammt von Clemente Molli und den Guß haben wir Daniel Thiem zu verdanken, der nebenbei auch die frei stehende Glocke auf dem Kanonia-Platz hinter der Johanneskathedrale gegossen hatte.

Inschriftplatten auf dem Sockel

Wie oft sieht man Touristen die krampfhaft versuchen die Inschriften auf den vier Platten auf jeder Seite des Sockels zu entziffern. Daher nachfolgend nun der lateinische Originaltext und die deutsche Übersetzung:

Und noch eine Legende

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Die umgestürzte Statue 1945. Im Hintergrund die Ruinen des KönigsschlossesUnknown photographer, Public domain, via Wikimedia Commons

Eine Legende besagte, dass Warschau zerstört werden wird, sobald der Säbel des Köniigs den Boden berührt. Als die Säule 1944 umgestürzt wurde, fiel die Statue zwar auf den Boden, aber der Säbel zeigte nach oben, in der Luft schwebend, weit entfernt vom Boden. Warschau wurde wieder aufgebaut, die Altstadt sah danach noch nie so wunderschön aus und heute erlebt die polnische Hauptstadt ihre schönste Zeit in ihrer ganzen Geschichte. Soll nicht heißen, dass wir all das dem Krieg zu verdanken haben, aber dass die Stadt ungeheure Lebenskraft ausstrahlt und stets nach vorne schaut.

 

 

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Eigentümer von Walking Poland und lizenzierter Stadtführer

"Mein polnisches Herz pumpt das Blut ins deutsche Hirn"

antoni@meinwarschau.com

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