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Die Große Synagoge in Warschau

Am 26.09.1878 wurde an der Tłomackie-Straße in Warschau feierlich die Große Synagoge eröffnet. Der Zeremonie führte der Vorsitzende des schon in den 60er Jahren gegründeten Baukomitees Henryk Natason.

Weitere Synagogen bis zum Bau der Großen Synagoge

Das Thema des Baus eines großen jüdischen Gebetshauses kam in den 40er Jahren auf. Obwohl es in Warschau unzählige Synagogen gab, wollte die Jüdische Gemeinde nun eine Hauptsynagoge, die nicht nur ein lokales Lehrhaus (dt. beit midrasch / pl. bejt midrasz) war. Solcher Haussynagogen gab es in Warschau im Jahre 1866 etwas mehr als 100. Die Chassiden nannten diese Lehrhäuser szul oder szil (dt. Aussprache: schul oder schiel).

Die bis dahin berühmteste Synagoge befand sich an der Daniłowiczowska-Straße und wurde von Isaak Flatau geleitet. Da sie in deutscher Sprache geführt wurde, nannte man sie auch Dajcze-Szul (dt. Aussprache: daitsche-schul).

Bau und Eröffnung der Synagoge

Der Bau begann 1875 und dauert drei Jahre bis 1878. Der Architekt war Leandro Marconi, dessen Projekt am 18.09.1874 bestätigt wurde. Am 14. Mail 1876 wurde in die Grundmauern den Gründungsakt gelegt. Die Kosten beliefen sich auf 165 Tausend Rubel in Silber. Die Synagoge sollte insgesamt 2200 Gläubigen Platz bieten.

Interessant ist die Inschrift unter dem Tympanon, die lautete:“Dem einzigen Gott zu Ehren, unter der Regentschaft Alexanders II, des Zaren Allrusslands und König von Polen.“ Wir schreiben das Jahr 1878, formell gab es das Königreich Polen nicht mehr, welches nach den gescheiterten Aufständen von 1831 und 1863 von der Liste der besetzten russischen Gebiete gestrichen wurde. Man nannte das Land an der Weichsel einfach nur noch Weichselland. Der Satz unter dem Tympanon war eine klare politische Demonstration.

Hinzu kommt noch eine weitere Demonstration von Selbstbewußtsein. Isaak Cylkow, der erste Rabbi der Großen Synagoge, hat den Vertreter der russischen Staatsmacht Paul Kotzebue bei der Eröffnungsfeier auf polnisch empfangen. Auch hat er die Eröffnungsrede auf polnisch gehalten – entgegen der russichen Bestimmungen. 

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Die Große Synagoge in Warschau Anfang des 20. Jahrhunderts

2. Weltkrieg und Zerstörung

Nach der Kapitulation Warschaus am 28. September 1939 begannen die Nationalsozialisten mit massiven Repressalien gegen die polnische aber vor allem gegen die jüdische Bevölkerung der Stadt.

Schon April 1940 begann man mit dem Bau der 16 Kilometer langen und 3 Meter hohen Mauer des warschauer Ghettos. Am 2. Oktober 1940 wurde das Ghetto formell errichtet und am 16. November 1940 vom Rest der Stadt abgeschottet.

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Die Überreste der Großen Synagoge nach der Sprengung

Anfangs befand sich die Synagoge noch innerhalb der Ghettomauern. Ab Juli 1942, nach Auflösung des kleinen Ghettos im Süden und Neuziehung der Ghettogrenzen (Aktion Reinhard / Endlösung der Judenfrage) lag die Synagoge nun außerhalb der Mauern und verlor damit auch ihre eigentliche Funktion. Sie wurde in ein Sammellager für gestohlene Möbel umfunktioniert. In dieser Funktion blieb das Gebäude bis zum 16. Mai 1943, als es mit Dynamit in die Luft gesprengt wurde. Das war ein symbolischer Akt der Nationalsozialisten, die damit zu Verstehen gegeben haben, dass der Jüdische Aufstand offiziell niedergeschlagen wurde.

Es brauhchte 10 Tage, um die erforderliche Menge Dynamit in die entsprechenden Löcher zu platzieren, um so die prächtigste Synagoge in Warschau mit einem kurzen Hebel in die Luft zu sprengen.

Mit der weiteren Zerstörung des Ghettos verlor Warschau 12 Prozent seiner Bausubstanz.

Zeitzeugen

Der kurze Weg hinter dem heute auf dem Grundstück stehendem Hochhaus hat man 1983 Tłomackie-Straße getauft.

In dem besagten Hochhaus gibt es in zwei Räumen eine Ausstellung über die Synagoge und die Geschichte der Juden in Warschau.

Im benachbarten Jüdischen Institut kann man noch zwei kleine Elemente finden – eine Nummer der Garderobe und ein Bruchstück einer Säule. 

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