fotoplastikon-warschau

Fotoplastikon in Warschau

Stand: 08.02.2018

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TIPP: Aktuelle Sonderausstellung

Die geteilte Stadt. Berlin 1964

Vom 1. Februar 2018 bis zum 3. März 2018

Mittwoch bis Samstag 10:00 – 18:00 Uhr (sonntags wird die Dauerausstellung gezeigt)

Drei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer kommt die Eigentümerin des Warschauer Fotoplastikons Danuta Szlajmer nach Warschau. Ausgestattet mit einem Stereoskop hält sie ihre Beobachtungen einer und doch zweier Städte fest. Auf den Fotos gibt es u.a. die Karl-Marx-Allee, Deutsche Sporthalle, Checkpoint Charlie, Telefunken.

Beitragsinhalt

Was ist ein Fotoplastikon?
Besonderheit des Warschauer Fotoplastikons
Ausstellungsthemen
Etwas über die Stereoskopie
Erhaltene Kaiserpanoramen in Deutschland
Touristische Informationen

Was ist ein Fotoplastikon?

Im deutschen Sprachraum nennt man dieses Entertainment-Medium auch Kaiserpanorama. Die Konstruktion bestand aus einem – meist hölzernem – Rundbau in Zylinderform, an welchem bis zu 25 Personen Platz fanden. An jedem Platz war ein Guckloch installiert, welches sich ständig wechselnde Bilder zeigte. Eine solche Bilderserie konnte bis zu einer halben Stunde dauern.

Die Kaiserpanoramen begannen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr populär zu werden. Warum? Weil man damals nicht einfach in der Welt herumreisen konnte. In einem Kaiserpanorama konnte man hingegen Reiseziele und Landschaften sehen, welche man

  1. vorher nie auch nur in ähnlicher Form gesehen hat (kein Fernseher, kein Handy)
  2. danach wahrscheinlich nicht zu sehen bekommt

Die Kaiserpanoramen nutzten die Technologie der Stereoskopie und brachten diese massenhaft an die einfachen Leute. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts begann die Stereoskopie schnell an Popularität zu gewinnen, was Alois Polanecky dazu verleitete, ein Gerät aufzustellen, welches 25 Stereoskope zur Verfügung hatte. Das gemeinsame Bilderschauen konnte losgehen. Alois ist mit seinem Stereoskop-Salon durch die Länder gezogen und hatte damit sehr viel Erfolg.

Der Physiker und Unternehmer August Fuhrmann hat die Kaiserpanoramen in verschiedenen Städten vorangetrieben. Sie hatten einen festen Standort – wie heutige Kinos, dessen Vorgänger sie in gewißer Weise waren. Das erste Fotoplastikon eröffnete er 1880 in Breslau und verlegte es 1883 nach Berlin. In den nächsten Jahren wurden weitere Kaiserpanoramen im Rahmen einer Lizenzvereinbarung eröffnet. Um die Jahrhundertwende herum hatten 250 Städte ein solches Unterhaltungsmedium.

Die Besonderheit des Warschauer Fotoplastikons

warschau-fotoplastikon
Warschauer Fotoplastikon / Adrian Grycuk – wikimedia

Das Besondere am Fotoplastikon in Warschau ist die Tatsache, dass es nun ununterbrochen seit 1905 in dem selben Gebäude und in dem selben Raum steht. Überstanden hat es den 1. Weltkrieg, die nahezu vollständige Zerstörung der Stadt nach dem Warschauer Aufstand 1944 und sogar die Kommunisten ließen es so, wie es seit jeher war.

Es ist Ort des Treffens, wo man mit etwas anderen Augen in die Welt schauen kann. Sobald man die Schwelle zum Fotoplastikon-Salon betritt, fühlt man sich sofort in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg versetzt. Die Reise lohnt sich!

Im Jahre 2017 besuchten 26.200 Gäste den Fotoplastikon-Salon in Warschau.

Die Ausstellungsthemen

Die Betreiber des Fotoplastikons haben nun schon über 7000 Bilder in ihrer Sammlung. Dabei ist die Themenpalette sehr breit – angefangen bei Reisefotos aus der Zeit um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert), über Fotos aus Warschau aus allen Epochen bis hin zu aktuellen Fotos bekannter Autoren.

Die ausgestellten Fotos werden werden mindestens 1 Mal im Monat gewechselt.

Jeden Sonntag hingegen gibt es eine Dauerausstellung mit Bildern des alten Warschau aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg.

 

Etwas über die Stereoskopie

Die Arbeitsweise der Stereoskopie ist vom Prinzip her ganz einfach. Es werden zunächst zwei Fotos aus zwei Perspektiven gemacht. Der Beobachter schaut mit dem rechten Auge auf ein Bild aus der perspektive des rechten Auges und mit dem linken Auge auf das gleiche Bild aus der perspektive des linken Auges. Dadurch entsteht eine scheinbare Dreidimensionalität eines Raumes mit verschiedenen Personen und Objekten, obwohl es diese physisch gar nicht gibt. Es ist weiterhin eine zweidimensionale Abbildung.

Da es immer zwei Bilder sind, nennt man diese Stereopaare.

Erhaltene Kaisperpanoramen in Deutschland

Original erhaltene Kaisperpanoramen:

  • Stadtmuseum von München
  • Stadtmuseum von Wels
  • Deutsches Historisches Museum
  • Märkisches Museum in Berlin
  • Museumsdepot in Neugersdorf

TOURISTISCHE INFORMATIONEN*

Thema der Ausstellung Kaiserpanorama / Fotoplastikon
Adresse Aleje Jerozolimskie 51, 00-697 (Karte)
Internetseite www.fotoplastikonwarszawski.pl / nur PL
Telefon (Rezeption)  +48 22 629 60 78
Email fotoplastikon@1944.pl
Öffnungszeiten
  • Mittwoch – Sonntag 10:00 – 18:00
  • Montag-Dienstag – Museumsunterricht
Eintrittspreise
  • Normal 4 PLN
  • Mit Ermäßigung 2 PLN
  • Donnerstag Eintritt frei
Audioguide  Nein
Hauseigene Museumsführer  Nein
Führung mit Stadtführer?  Nicht nötig
Anreise vom Kreisverkehr „Centrum“  Stadtplan mit Wegbeschreibung
Anreise von der Altstadt Stadtplan mit Wegbeschreibung
Öffentliche Verkehrsmittel in Warschau – eine Übersicht  Zum Beitrag ⇒
Entfernung

  • Zum Kreisverkehr „Centrum“
  • Zur Altstadt
In Kilometern

  • 0,5 km
  • 2,8 km
Besichtigungsdauer  30 – 60 Minuten
Sprache der Beschreibungen  Nur PL
Zahlungsmethoden  Nur Barzahlung
Reservierung (Online)  Nicht möglich und nicht notwendig
Besonderheiten Jeden Sonntag werden Bilder Warschau aus der Jahrhundertwende (19./20.Jhd.) gezeigt. Die Sonderausstellungen werden von Montag bis Samstag ausgestellt.
Letzte Aktualisierung  Februar 2018

*Angaben ohne Gewähr / die Informationen stammen aus der Internetseite des Betreibers


Beitragsbild: Eingangsschild zum Fotoplastikon in Warschau / Antoni Władyka [CC BY-SA 2.0]

Ein Kommentar zu „Fotoplastikon in Warschau

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