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Beitragsinhalt

  • Standort des Museums
  • Das Museum
  • Ausstellung
  • Was macht das Museum einzigartig?
  • Warum sollten Sie das Museum besuchen?
  • Allgemeine Informationen

Standort des Museums

Das Museum der Polnischen Armee liegt an einer der meistbefahrenen Strassen in Warschau. Die Aleje Jerozolimskie (dt. Jerusalemer Alleen) verbinden die Warschauer Innenstadt mit dem Stadtteil Praga mit einer Brücke über der Weichsel. Nur ca. 1 Kilometer vom Museumseingang entfernt steht der Kulturpalast, in dessen unmittelbarer Nähe sich auch der Zentralbahnhof und viele große und gernbesuchte Hotels befinden. Nur knappe 300 Meter weiter verläuft der nördliche und schönste Abschnitt des Königstraktes, also die Krakowskie-Przedmiescie-Strasse und Nowy-Swiat-Strasse.

ritter-mittelalterDas Museum

Da das Museum offiziell noch keinen eigenen Sitz hat, mietet die Museumsverwaltung den Ostflügel des Nationalmuseums. Auf dem Vorhof des Museums stehen Flugzeuge, Kanonen und andere großformatige Militärfahrzeuge, die man sich jederzeit kostenlos anschauen kann. Der Eröffnung fand am 22. April 1920 statt und wurde durch ein von Jozef Pilsudski erlassenes Dekret ins Leben gerufen. Heute hat das Museum trotz Plünderung und Zertörung während des 2. Weltkrieges mehr als 250.000 Exponate.

Ausstellung

polnische-husariaDas Museum ist auf den ersten Blick chronologisch aufgeteilt. In jedem Raum wird eine bestimmte Zeitspanne in der polnischen Geschichte behandelt. Der erste Raum fängt also mit der Entstehung des polnischen Staats- und Militärwesens im 10. Jahrhundert an. Die Räume werden durch auffällige Arkadendurchgänge voneinander getrennt und mit einer Erklärung zum besseren Verständnis versehen.

So können Sie Raum für Raum, Jahrhundert für Jahrhundert durch das Museum schlendern, die Husarenreiter bewundern und die polnische Geschichte kennenlernen. Plötzlich hört die Ausstellung in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf. Man muss zurück zum Start, um eine Etage höher erst wieder im Jahre 1831 weiterzumachen. Erklären lässt sich diese historische Lücke nur durch die Unfähigkeit des Direktors ein Fortlaufen der Ausstellung zu garantieren. Glauben Sie mir – die Mitarbeiter sind ebenfalls sehr verwirrt. Das sollte Sie jedoch nicht abhalten nicht in dieses Museum zu gehen. Der Direktor ist sicherlich die einzige Person im Museum, den dieses Ausreissen nicht stört. Auf der 2. Etage geht die Geschichte wieder ihren gewohnten Lauf und endet mit dem 2. Weltkrieg.

Die Texte im Museum sind auch auf Englisch.

Führung mit oder ohne Stadtführer?

Grundsätzlich lässt sich das Mueum auch alleine besuchen. Sofern es um die Ausstellungsstücke geht, erklären sich diese in den meisten Fällen von selbst. Der geschichtliche Hintergrund hingegen lässt sich jedoch nicht so einfach herauslesen. Im weiteren Verlauf dieses Beitrages wird deutlich, warum ein Besuch mit einem Stadtführer sinnvoll erscheint. Immerhin ist das eine Reise durch 1000 Jahre polnischer Militärgeschichte.

Was macht das Museum einzigartig?

Die Einzigartigkeit dieser Museumsausstellung liefert die polnische Geschichte selbst. Von 1795 bis 1918 existierte Polen nicht auf der politischen Karte Europas und hatte demzufolge auch keine eigene Armee. In dieser Zeit ereigneten sich jedoch zahlreiche „nationale“ Aufstände für die Freiheit und Unabhängigkeit des Polnischen Volkes und Staates. Obwohl es im technischen Sinne keine Geschichte der polnischen Armee ist, wird diese Periode im Museum trotzdem aufgearbeitet und liefert eine Horizonterweiterung der besonderen Art.

Warum sollten Sie das Museum besuchen?

Das Museum liefert einen tiefen Einblick in die polnische Seele. Zunächst sieht der Gast ein Europa mit einem Polnischen Königreich, welches zu den mächtigsten Staatsgebilden des Kontinents gehörte. Die Polnische Husaria war über 100 Jahre ungeschlagen und war perfekt organisiert. Das polnische Goldene Zeitalter entwickelte im polnischen Gedankengut den Begriff des „Polnischen Imperiums“ und die absolute individuelle Freiheit – die polnische Goldene Freiheit. Von einem Polen, welches sich vom Meer zum Meer erstreckt, träumen bis heute zahlreiche Polen – sprechen es natürlich nur nicht laut aus.

Doch dann folgt ein Europa, in welchem Polen nicht existiert. Über 120 Jahre lang waren die Polen damit beschäftigt für ihre Freiheit zu kämpfen. Es entsteht im polnischen Gedankengut nun der Begriff des „Opfers“, des ewigen Unterdrückten, welcher immer für das Wohl Europas gekämpft hat und am Ende für seine Aufopferungsbereitschaft bestraft wird.*

*Hier habe ich diese Thematik in einem gesonderten Beitrag auf www.meinwarschau.com beschrieben.

Die Polen sind heute „Imperialisten“ und „Opfer“ zugleich, was eine Kommunikation auf allen gesellschaftlichen und sozialen Ebenen nicht leicht macht. Noch hat sich kein westeuropäischer Staatsführer wirklich die Mühe gemacht, um den Polen in seinem Wesen zu verstehen. In diesem Museum kann man das tun. Sie werden anschließend mit ganz anderen Augen auf Polen und seine Bewohner, die überall auf der Welt zerstreut leben, schauen.

Goethe verlautete, dass Reisen bildet. Hier haben Sie die Möglichkeit dazu.

Allgemeine Informationen

Adresse: Aleje Jerozolimskie 3, 00-495 Warszawa


Internetseite: www.muzeumwp.pl – die Seite ist auch auf englisch


Telefon: +48 22 629 52 71


Öffnungszeiten: Montags und Dienstags geschlossen; Mittwoch 10-17 Uhr; Donnerstag bis Sonntag 10-16 Uhr; letzter Eintritt muss spätestens 30 Minuten vor der Schließung erfolgen


Eintrittspreise: Erwachsene 15 PLN; mit Ermäßigung 8 PLN; Samstags ist der Eintritt kostenlos; Audioguide (polnisch und englisch) 5 PLN


QR-Codes + NFC-Tag: Im Museum werden QR-Codes NFCTags angeboten. Durch scannen des QR Codes gelangt man auf die mobile Seite www.m.muzeumwp.pl. Die Informationen hier entsprechen in etwa denen in den Audioguides. Vorteil: kostenlos. Nachteil: Internetverbindung nötig.


Zahlungsmethode: nur Barzahlung!

Fotos: Antoni Wladyka

3 Kommentare zu „Museum der Polnischen Armee

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