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Eine Glocke in Warschau „Made in Germany“

Beitragsinhalt

Der alte Handelsweg
Schau mal um die Ecke
Zur ulica Kanonia
Die Glocke
— Die Stammdaten
— Der Glockengießer – ein Deutscher

Der alte Handelsweg

Wenn Ihr Euch in die Warschauer begibt, dann schlendert Ihr meistens den Hauptweg entlang. Dieser nennt sich Ulica Swietojanska – die Straße des Hl. Johannes benannt nach der auffälligen aus Ziegelsteinen erbauten Johanneskathedrale. Auf diesem Wege gelangt Ihr nicht nur zum Marktplatz, sondern verlässt auch die Altstadt durch den Barbakan. Es macht Sinn, dass diese Straße der alte Handelsweg war – Warschau liegt nämlich genau in der Mitte zwischen Krakau und Danzig.

Schau mal um die Ecke

Habt keine Angst wenn es darum geht mal in die kleinen Gassen reinzuschauen. Die Warschauer Altstadt ist nicht sonderlich groß. Auf keinen Fall lässt sich die Gesamtfläche mit derjenigen in Krakau oder Breslau vergleichen. So oder so gelangt Ihr am Ende am Marktplatz.warschau-altstadt

Zur Ulica Kanonia

Ich kann nur empfehlen in die Ulica Kanonia zu gehen. Diese kleine Straße befindet sich hinter der Johannes-Kathedrale, wo im Mittelalter auch der Friedhof war. Am einfachsten ist es, wenn Ihr Euch an der Touristeninformation auf dem Königsschloßplatz eine kostenlose Karte Warschaus holt. Dort ist auf der Rückseite die Altstadt in größerer Form abgebildet. Auch ohne Karte gelangt man ohne Probleme dorthin. Stellt Euch einfach vor die Kathedrale und schaut nach rechts. Dort werdet Ihr einen Durchgang unter dem Glockenturm sehen. Das ist der Weg zur Ulica Kanonia.

Die Glocke

Auf der Ulica Kanonia steht sie nun – eine Glocke.

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Foto von Carlos Delgado, CC BY-SA 3.0 pl – Wikipedia

Sie ist sehr unscheinbar und sicherlich denken die meisten, dass es eine einfach Glocke, die beim Wiederaufbau der Altstadt statt auf dem Glockenturm schlicht auf diesen kleinen Platz gestellt wurde.

Das ist jedoch nicht ganz richtig. Zum anderen kann diese Glocke für die deutschen Touristen eine besondere Stellung bei der Besichtigung der Stadt einnehmen.

Stammdaten

Der Guß erfolgte 1646 in Warschau. Der Glockengießer hatte zuvor die Sigismundsäule gegoßen, welche bis heute auf dem Königsschloßplatz steht. Das ist bis heute das älteste Denkmal in Warschau. Die Glocke sollte ursprünglich im Glockenturm von Jaroslaw hängen, kam dort aber nie an. Seit 1972 ziert sie diesen kleinen Platz, doch niemand kann genau sagen, wie sie hierhin gelangt ist.wasrschau-glocke

Der Glockengießer – ein Deutscher

Ihr könnt es sogar auf der Glocke selbst nachlesen. Dort steht geschrieben – Bronze auf Bronze – „Mit Gotes Hülf gos mich Daniel Tiem“. Viel weiß man nicht über ihn. Er war Glockengießer – das war es auch schon. Seine Werke waren mal besser und mal schlechter. Die Sigismundstatue hat unzähliche Kriege ausgehalten und einen Aufprall auf den Boden während des 2. Weltkrieges. Sicherlich hat er hier gute Arbeit geleistet.

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Bei der Glocke hatte er einen schlechten Tag. Man sieht auf der Glocke riße, die nach der Fertigstellung entstanden sind. Made in Germany – die hohe Wertstellung deutscher Wertarbeit musste man sich mit harter Arbeit erarbeiten. Und das dauerte dann doch ganze 3 Jahrhunderte.

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